Heute erzählt Pieter Hardeman uns über seine Geschichte und seine beim „Animation@Work“ gewonnene Animation „LaGare“.

„LaGare“ hat beim „Animation@Work“ 2020 gewonnen.


Reallusion: Hallo Pieter! Willkommen im Reallusion Blog. Erzähl uns ein bisschen über dich.

Mein Name ist Pieter Hardeman und ich bin 50 Jahre alt. Als Kind wollte ich Rockstar werden, habe auch jahrelang in Bands gespielt aber Rockstar wurde ich nicht 😉 Seit 15 Jahren liegt mein Fokus eher auf das Visuelle. Aber ich spiele immer noch Schlagzeug, Gitarre und singe. Außerdem sammle ich seit vielen, vielen Jahren Action-Figuren und Miniaturen. Diese wurden schnell für erste Stop-Motion Versuche eingesetzt. In 2008 finge ich dann an mit Videoschnitt, machte meine ersten Musikvideos und konzentrierte mich immer mehr auf Stop-Motion und Animation. In 2010 gründete ich das Toystorylab, ein kleines Animationsstudio.

Dort biete ich Stop-Motion Workshops/Kurse für Kinder und Erwachsene an. Trotzdem übe ich auch einen „normalen“  Beruf aus und arbeite seit 30 Jahren mit Kindern. Ich arbeite an einer Berliner Montessori Grundschule und kümmere mich dort um „Inklusion“ von Kindern mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung.

Pieter und sein Animationsstudio „Toystorylab“


Reallusion: Wie hast du Reallusion entdeckt und warum dich für Cartoon Animator entschieden?

Mein erstes Reallusion Produkt (Anfang 2014) war CrazyTalk Animator 2 (Vorgänger von Cartoon Animator), um Lippenbewegung für meine Stop-Motion Figuren zu generieren. Ende 2015 kam die 3D Variante iClone dazu, als Alternative für eine Auftragsarbeit, die als Stop-Motion Animation das Budget gesprengt hätte. Auch wenn ich hauptsächlich mit iClone arbeite, Cartoon Animator gibt mir die Möglichkeit „klassische“ Animation im Sinne von „Zeichentrick“ zu erstellen ohne selbst ein guter Zeichner zu sein, denn zeichnen macht mir zwar Spaß, aber ich bin nicht so gut darin. Auch die Lernkurve ist steil. In kurzer Zeit schafft man erstaunliche Zeichentrick-Animationen.


Reallusion: Erzähl uns über den Hintergrund von der Teilnahme am “Animation At Work” und deine Motivation zur Erstellung von „LaGare“.

In 2020 wollte ich unbedingt an Reallusions „Animation@Work“ Wettbewerb teilnehmen. Ich hatte zwar schon ein paar Ideen. Allerdings kam in dem Moment, wo ich starten wollte, das Team von LaGare auf mich zu. Sie fragten, ob ich einen Werbefilm für deren Pitch bei Sponsoren machen kann. Florian Fischer zeigte mir seine wunderbaren Zeichnungen, fragte ob ich das Maskottchen zum Leben erwecken könnte.

Recht schnell war mir klar, ich habe Lust darauf aber zusätzlich einen Wettbewerbsbeitrag fertig bekommen wäre nicht möglich gewesen. Also machte ich als Bedingung, das Ergebnis als Wettbewerbsbeitrag für „Animation@Work 2020“ verwenden zu dürfen. 


Reallusion: Welche Animations- oder Zeichensoftware verwendest du noch in diesem Video als Hilfe?

Es war eine Freude die Animation zu gestalten. Und mit dem Photoshop Plug-In konnte ich die von Florian Fischer eingescannte Bilder (diese sind also auf Papier/Karton gemalt, nicht digital erstanden) für Cartoon Animator optimieren. Die fertig gerenderten Animationen bekamen den letzten Feinschliff in Hitfilm. Leider hatte ich keine Zeit mehr das neue After Effects Plug-In für Cartoon Animator einzubinden, das hätte sicherlich noch ein paar coole Effekte gebracht. Aber so ist das, wenn man mit „Deadlines“ arbeiten muss. LaGare und ich sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 

Während das LaGare-Team sich um die Entwicklung der App kümmert, läuft das Brainstorming für die Animationen in der App. Auch hier ist LaGare an meiner Arbeit interessiert. Die Animationen werde ich dann wahrscheinlich in iClone und Unreal erstellen, da die 3D Komponente wichtig ist. Mal schauen wo die Reise hingeht.

Ein kleiner Streifzug durch „Toystorylab“


Reallusion: Hättest du vielleicht Vorschläge an die Neulingen in der 2D-Animations-Welt?

Cartoon Animator ist mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen und eine schöne Abwechslung  zur Arbeit mit iClone. Und Reallusion arbeitet stetig an Verbesserungen und neue Möglichkeiten. So ist das neue „Puppet Actor Toolkit“ eine coole Bereicherung. Auch die neuen Funktionen für Cartoon Animator (u. A. optimierter Import von 3D Animationen), die Reallusion in naher Zukunft (ich mache gerade Beta Tests dafür) veröffentlichen wird, werden dafür sorgen, dass Cartoon Animator weiterhin  einen festen Bestandteil meiner Pipeline sein wird. 

Also, wenn du gerne selber mit dem Animieren anfangen willst, Cartoon Animator gibt dir die Möglichkeit, deine Ideen relativ schnell umzusetzen. Dank der vielen Tutorials, die Reallusion zur Verfügung stellt, und mit ein bisschen Disziplin, diese Tutorials auch umzusetzen, ist dies auch für totale Anfänger möglich. Wichtig ist, dass du am Ball bleibst. Auch Leute, die gerne und vielleicht gut zeichnen können, kann ich Cartoon Animator empfehlen. Jedes Digitale Bild (*.jpg, *.jpeg, *.bmp, *.gif, *.png, *.tga, *.gif) kannst du importieren. Entweder als Gegenstand/Szene verwenden oder tatsächlich animieren. Erwecke deine Kunst zum Leben! Außerdem kannst du Cartoon Animator kostenlos 30 Tage lang testen. Solltest du dich entscheiden, Cartoon Animator zu kaufen, rate ich zur Pipeline Version, vor allem wenn du einen direkten Link zu deiner Bildbearbeitungssoftware verwenden willst. Du kannst damit deine Bilder (das können Figuren, Gegenstände oder Szenen sein) per Knopfdruck in Photoshop/Affinity Designer/Cup Studio Paint/Krita/Photopea/Xara öffnen. Nach der Bearbeitung landen diese wieder per Knopfdruck in Cartoon Animator. Und du kannst sofort weiter arbeiten, was echt sehr hilfreich und Zeit sparend ist. In dem Sinne, einfach mal ausprobieren und vor allem viel Spaß daran haben!

Viel Erfolg 😉